Dieser Beitrag dient ausschließlich der Bildung und ist keine Anlageberatung, keine Handelsempfehlung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Handel ist mit erheblichen Risiken bis zum Totalverlust verbunden.
Im automatisierten Handel zählt nicht nur, was entschieden wird, sondern wie schnell und sauber es umgesetzt wird. Latenz — die Verzögerung zwischen Signal und Ausführung — ist dabei ein unterschätzter Faktor, besonders bei kurzfristigen Strategien.
Woher die Verzögerung kommt
- Die Zeit, bis Marktdaten beim Bot ankommen
- Die Rechenzeit, bis das Signal erzeugt ist
- Der Weg der Order zum Markt und zurück
- Wartezeiten und Limits aufseiten des Brokers
Bei langfristigen Strategien sind Millisekunden egal. Bei kurzfristigen entscheiden sie über Gewinn oder Verlust — die Strategie bestimmt, wie sehr Latenz zählt.
Order-Typen verändern alles
Eine Market Order wird sofort ausgeführt, aber zum nächstbesten Preis — was bei Bewegung Slippage bedeutet. Eine Limit Order garantiert den Preis, aber nicht die Ausführung — sie kann unausgeführt bleiben, wenn der Markt wegläuft. Die Wahl des Order-Typs ist eine bewusste Abwägung zwischen Sicherheit des Preises und Sicherheit der Ausführung.
Infrastruktur ist Teil der Strategie
Eine stabile Verbindung, ein zuverlässiger Server und eine saubere Anbindung an den Broker sind keine technischen Details, sondern Teil der Handelsergebnisse. Ein Aussetzer im falschen Moment kann eine Position offen lassen, die längst hätte geschlossen werden müssen. Bei automatisiertem Handel ist die Infrastruktur so wichtig wie das Signal selbst.
Realismus statt Theorie
Wer einen Bot baut, sollte Ausführung und Latenz von Anfang an mitdenken — nicht als Nachgedanke. Eine Strategie, die nur unter idealen, sofortigen Ausführungen funktioniert, ist im echten Markt fragil. Robuste Systeme sind so gebaut, dass sie auch mit realistischer Verzögerung und unsicherer Ausführung noch tragen.