Dieser Beitrag dient ausschließlich der Bildung und ist keine Anlageberatung, keine Handelsempfehlung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Handel ist mit erheblichen Risiken bis zum Totalverlust verbunden.
Märkte verhalten sich nicht gleichförmig. Mal laufen sie klar in eine Richtung, mal pendeln sie seitwärts, mal explodiert die Schwankungsbreite. Diese unterschiedlichen Zustände nennt man Marktphasen oder Regime — und jede Strategie ist im Kern für ein bestimmtes Regime gebaut.
Die typischen Phasen
- Trendphase — der Markt bewegt sich anhaltend in eine Richtung
- Seitwärtsphase — der Kurs pendelt in einer Spanne ohne klare Richtung
- Hohe Volatilität — große, schnelle Ausschläge in beide Richtungen
- Ruhige Phase — geringe Bewegung, enge Spannen
Warum eine Strategie nur eine Phase mag
Eine Trendfolge-Strategie verdient, wenn der Markt läuft, und blutet im Seitwärtsmarkt durch viele kleine Fehlsignale. Eine Strategie, die auf Rückkehr zum Mittelwert setzt, funktioniert seitwärts gut und wird in einem starken Trend überrollt. Beide sind nicht „falsch" — sie sind nur im falschen Regime.
Wenn ein zuvor profitabler Bot plötzlich verliert, hat sich oft nicht die Strategie verschlechtert, sondern der Markt verändert.
Die Konsequenz
Daraus folgt nicht, dass man die perfekte Allwetter-Strategie sucht — die gibt es kaum. Es folgt, dass man weiß, für welches Regime die eigene Strategie gebaut ist, und erkennt, wann dieses Regime nicht mehr vorliegt. Manche Systeme pausieren in ungeeigneten Phasen lieber, statt gegen den Markt zu arbeiten.
Demut statt Allmacht
Die reife Erkenntnis im automatisierten Handel ist, dass kein System den Markt beherrscht. Es kann nur in den Phasen gut sein, für die es gemacht wurde. Wer das akzeptiert, bewertet Ergebnisse im Kontext der Marktphase — und verwechselt eine schlechte Phase nicht mit einer schlechten Strategie oder umgekehrt.