Absicherung

Hausratversicherung: Worauf es bei der richtigen Absicherung ankommt

Die Hausratversicherung gehört zu den günstigsten und meistunterschätzten Policen überhaupt. Falsch bemessen, zahlt sie im Schadensfall nur einen Teil. Richtig aufgesetzt, ersetzt sie für wenige Euro im Monat den gesamten Hausstand. Worauf es ankommt.

Autor Julien MarschallVeröffentlicht 2026-06-22Lesezeit 3 Min.

Wer einmal nach einem Wasserschaden oder Einbruch vor leeren Räumen stand, weiß, was Hausrat wirklich wert ist: nicht der einzelne Gegenstand, sondern die Summe aus Möbeln, Elektronik, Kleidung, Küche und allem, was ein Zuhause ausmacht. Die meisten Menschen unterschätzen diese Summe deutlich — und genau daraus entsteht das größte Problem dieser Versicherung.

Die Versicherungssumme entscheidet alles

Die Faustregel der Versicherer liegt bei rund 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Wer diese Summe ansetzt und ehrlich rechnet, vermeidet die gefürchtete Unterversicherung. Denn ist die Summe zu niedrig angesetzt, kürzt der Versicherer im Schadensfall anteilig — auch bei kleinen Schäden. Bei 80 Quadratmetern bedeutet das eine Versicherungssumme um die 52.000 Euro. Wer stattdessen nur 30.000 Euro absichert, bekommt im Ernstfall nur einen Bruchteil ersetzt.

Unterversicherung ist die teuerste Sparmaßnahme, die es gibt: Sie zahlen jeden Monat Beitrag und bekommen im Schaden trotzdem nur einen Teil.

Die wichtigsten Bausteine

  • Grunddeckung: Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel und Einbruchdiebstahl bilden den Kern jeder Police
  • Elementarschäden: Überschwemmung, Starkregen und Rückstau sind in der Grunddeckung oft nicht enthalten — angesichts häufigerer Unwetter ein wichtiger Zusatz
  • Fahrraddiebstahl: meist nur bis zu einer Prozentgrenze enthalten, für teure Räder lohnt die Aufstockung
  • Grobe Fahrlässigkeit: Gute Tarife verzichten auf die Kürzung, wenn Sie etwa die Herdplatte angelassen haben

Wo sich sparen lohnt — und wo nicht

Sparen sollten Sie nie an der Versicherungssumme oder am Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit. Sparen können Sie hingegen über die Zahlweise, eine sinnvolle Selbstbeteiligung und durch das Bündeln mit anderen Policen. Auch ein Tarifvergleich lohnt: Die Beitragsspanne für identische Leistung ist bei der Hausratversicherung erheblich, und viele zahlen seit Jahren für einen veralteten Tarif zu viel.

Der häufigste Fehler nach dem Umzug

Viele vergessen, ihre Versicherungssumme anzupassen, wenn sie in eine größere Wohnung ziehen oder hochwertig nachgekauft haben. Die Police läuft weiter, die abgesicherte Summe passt aber nicht mehr zum tatsächlichen Hausstand. Ein kurzer Check alle paar Jahre und nach jedem Umzug schützt vor genau dieser schleichenden Unterversicherung.

Eine Hausratversicherung ist kein Pflichtschutz wie die Privathaftpflicht, aber für jeden mit einem eingerichteten Haushalt einer der besten Gegenwerte für wenig Geld. Entscheidend ist nicht, ob Sie eine haben, sondern ob die Summe stimmt und die richtigen Bausteine drin sind.

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Häufige Fragen

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Als Orientierung gelten rund 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei hochwertiger Einrichtung kann mehr sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass die Summe zum tatsächlichen Wert Ihres Hausstands passt, um eine Unterversicherung zu vermeiden.
Sind Elementarschäden automatisch mitversichert?
Nein. Überschwemmung, Starkregen und Rückstau sind in der Grunddeckung meist nicht enthalten und müssen als Zusatzbaustein vereinbart werden. Angesichts häufigerer Unwetter ist das in vielen Lagen empfehlenswert.