Die meisten Restaurants verdienen Geld in einem schmalen Zeitfenster: Freitag- und Samstagabend, vielleicht der Sonntagmittag. Den Rest der Woche laufen Miete, Gehälter und Energie weiter, während kaum Gäste kommen. Catering und Veranstaltungen drehen diese Logik um. Sie verkaufen Ihre Leistung dann, wenn ohnehin Leerlauf herrscht, und steigern damit den Deckungsbeitrag pro vorhandener Ressource.
Warum Catering der unterschätzte Margenhebel ist
Im À-la-carte-Geschäft zahlen Sie für jeden Gast die volle Service-Infrastruktur: Tisch, Bedienung, Atmosphäre. Beim Catering fällt vieles davon weg. Sie produzieren in größeren Mengen, planbar und mit festem Abnahmevolumen. Das senkt den Wareneinsatz pro Portion und verbessert die Kalkulierbarkeit, weil bei Buchung die Menge feststeht und kaum etwas verdirbt.
- Planbare Mengen statt Schwankung — weniger Abschriften
- Vorkasse oder Anzahlung sichert den Cashflow ab
- Auslastung von Küche und Personal in den schwachen Stunden
- Höherer Vorbestellwert als beim einzelnen Tisch
Mit welchem Format Sie starten
Steigen Sie nicht mit Hochzeiten für 200 Personen ein. Beginnen Sie mit Formaten, die zu Ihrer bestehenden Küche passen: Büro-Lunch für Unternehmen in Ihrer Umgebung, Geburtstage und Familienfeiern, Platten und Buffets zum Abholen. Diese Aufträge sind klein genug, um Routine aufzubauen, und groß genug, um sich zu lohnen.
Catering verkauft nicht Essen, sondern eine gelöste Sorge: Der Gastgeber muss sich um nichts kümmern. Genau das ist Ihr Preis-Hebel.
Richtig kalkulieren statt Bauchpreis
Der häufigste Fehler: Gastronomen rechnen nur den Wareneinsatz und vergessen Anfahrt, Auf- und Abbau, Leihgeschirr, Verpackung und die Arbeitszeit für Planung. Kalkulieren Sie jede Position einzeln und schlagen Sie einen klaren Service-Anteil auf. Ein sauberer Catering-Auftrag bringt oft eine bessere Quote als der Restaurantbetrieb — aber nur, wenn alle versteckten Kosten im Preis stehen.
So gewinnen Sie die ersten Aufträge
Ihre besten Catering-Kunden sitzen schon bei Ihnen im Lokal. Sprechen Sie Stammgäste und lokale Unternehmen aktiv an, legen Sie eine kompakte Catering-Karte aus und nehmen Sie das Angebot sichtbar auf Ihr Google-Unternehmensprofil und Ihre Website. Eine eigene Landingpage mit Anfrageformular sorgt dafür, dass Interessenten direkt buchen können, statt anzurufen, wenn niemand Zeit hat.
Wer Catering systematisch aufbaut — mit klarer Karte, sauberer Kalkulation und automatischer Nachfassung bei Anfragen — schafft ein zweites Standbein, das die schwachen Tage trägt und das Geschäft krisenfester macht.